Dienstag, 14. März 2017

Alle 20 Minuten eine Fertigkabine

Die Norwegian Joy und die Schiffe der Quantum-Klasse haben rund 2.500 an Bord. Die neuen AIDA-Schiffe werden um die 2.600 haben. Die Rede ist von Fertigkabinen. So heißen sie, weil sie komplett fertig ins Schiff eingebracht werden. Bevor eine Kabine jedoch zur Fertigkabine wird, gibt es einiges zu tun.

Bernd Kiesewetter ist Projektleiter bei EMS PreCab, der Firma, die sich auf den Bau von Fertigkabinen sowie Fertigbädern (Nasszellen) für unsere Kreuzfahrtschiffe spezialisiert hat. „Ich bin von der Entstehung bis zur Ablieferung der Kabinen hautnah mit dabei. Das beginnt bei der Analyse von Designentwürfen und der Abstimmung mit den jeweiligen Reedereien und endet bei der Ablieferung des Schiffes, wenn der Kunde zufrieden nach Hause geht.“ Doch das ist nicht alles, was den Job als Projektleiter im Fertigkabinenbau ausmacht: „Ich bin ebenfalls für den Muster- und Prototypenbau verantwortlich, begleite die Vertragsverhandlungen, lege Planungsetappen fest und spreche Zeitpläne sowie Konzeptionen zum Bau der Kabinen in der Fließfertigung durch.“ 


Als Projektleiter ist er somit im wahrsten Sinne des Wortes dafür zuständig, dass von der Idee bis zum Einbau im Schiff alles fließt. „Die Produktion der Fertigkabinen bei EMS PreCab findet im Rahmen einer modernen Fließfertigung statt, die ähnlich abläuft wie die der Automobilindustrie. So läuft in etwa alle 20 Minuten eine komplett ausgestattete Kabine inklusive Möbeln, Medientechnik und Deko vom Band. Die Einführung dieser getakteten Fließfertigung war unser bisher größter Entwicklungsschritt im Kabinenbau“, sagt Kiesewetter. Doch die Entwicklung in der Kabinenfertigung geht weiter: „Wenn wir heute den Stand der Technik in unsere Kabinenentwicklung einfließen lassen, ist er bei Fertigstellung schon fast wieder veraltet. Die Technologien entwickelt sich so schnell, dass wir eigentlich heute schon die Trends von morgen in unsere Planung einfließen lassen müssen. Früher beschäftigten wir uns zum Beispiel mit einfachen Steckdosen direkt neben dem Bett. Heute installieren wir Kombinationen mit USB-Ports am Nachtisch, damit die Gäste ihre Handys und Tabletts unkompliziert laden können.“ 

Diesen und anderen Herausforderungen stellt sich Bernd Kiesewetter jedoch gerne. Grundvoraussetzung dafür ist, ein kompetentes Mitarbeiterteam sowie ein solides Lieferantennetzwerk und dass die Arbeit Spaß macht. Und letzteres dafür sorgt für ihn das Produkt selbst: „Ich mag die Nähe zum Produkt, aber auch die Verantwortung und das internationale Arbeitsumfeld. Und wenn das Kreuzfahrtschiff mit all seinen Fertigkabinen auf Reisen geht und die Reederei zufrieden ist, dann bin ich auch ein wenig stolz darauf.“

Mehr über die Firma EMS PreCab und die Kabinenfertigung gibt es unter www.emsprecab.de zu erfahren. Gesucht wird dort übrigens gerade ein Strategischer Einkäufer.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Advent - Zeit, um Tür und Tor zu öffnen

Die Adventszeit ist die Zeit, um Türen zu öffnen. Hinter den meisten verbergen sich Schokolade und Süßigkeiten. Hinter unseren Türen oder besser gesagt Toren verbergen sich in der Regel Kreuzfahrtschiffe. Manchmal auch nur ein halbes oder ein Drittel Kreuzfahrtschiff. In diesem Advent war es ein Teil des Kreuzfahrtschiffes World Dream.


Am 17. Dezember öffneten wir unser Tor und das große „Schwimmteil“ der World Dream verließ die Baudockhalle. Und schon dieser Teil des Kreuzfahrtschiffes beeindruckt mit seinen Dimensionen. Mit einer Breite von 39,7 Metern, einer Länge von 104,4 Metern und einer Höhe über alles von 56,8 Metern ist das Bauteil schwimmfähig und hat in seinem Inneren schon einiges zu bieten. Neben fertigen Kabinen und der kompletten Verrohrung und Verkabelung verbergen sich hier bereits die Hauptmaschinen und die Generatoren. So kommt dann auch ein Gewicht von 18.600 Tonnen zusammen. 

In der Baudockhalle arbeiten wir nun an der Fertigstellung der Norwegian Joy. Wenn sie im Frühjahr die Halle verlässt, wird das Schwimmteil der World Dream wieder eingedockt und mit einem weiteren großen Schwimmteil zusammengeführt. Dann entsteht nach und nach aus diesen beiden großen Teilstücken und weiteren Blöcken das neue Kreuzfahrtschiff World Dream.

Wer übrigens persönlich hinter die Türen und Tore der Werft schauen möchte, hat dazu während der „Tage der Region“ im Besucherzentrum der MEYER WERFT die Möglichkeit.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Frisia V: Der letzte Weg führt zurück nach Hause

„Ich war 17 als das Schiff gebaut wurde und ich erinnere mich gut“, sagt Bernard Meyer mit Blick auf die Frisia V, die derzeit in Sichtweite der neuen Werft auf ihre Verschrottung wartet. „Damals war auf der Werft viel zu tun und alle Bauplätze waren mit Küstenmotorschiffen belegt. Daher musste ein eigentlich schon stillgelegter Helgen für die Frisia V noch einmal reaktiviert werden. Wir wohnten nur 20 Meter entfernt und aus meinem Zimmer hatte ich den besten Blick auf diesen Helgen.“

Auch Jochen Zerrahn, ehemaliger Betriebsleiter der Meyer Werft, kann sich gut erinnern. „Ich war damals als junger Schiffbauingenieur gerade erst zwei Jahre im Technischen Büro tätig. Die Frisia V war eines der ersten Schiffe, an denen ich mit gezeichnet und geplant habe. Dass Bernard Meyer den Bau des Schiffes aus seinem Zimmer verfolgt, wusste ich damals allerdings noch nicht.“
 
Die Frisia V bei ihrer Überführung über die Ems.

Im August 1965 war die Inselfähre auf der Meyer Werft am alten Standort in Papenburg  fertiggestellt und an die Reederei Norden Frisia abgeliefert worden. Nach mehr als 50 Jahren im Fährverkehr zwischen Norddeich und Norderney, trat sie am 27. November 2016 ihre letzte Fahrt an. Sie führte die Frisia V zurück nach Hause.
Aber schon  vorher zog es die Frisia V mehrmals nach Papenburg zurück. Zweimal wurde das Schiff im Reparaturdock der alten Werft verlängert und umgebaut. „Diese Umbauten waren für uns jedes Mal eine Herausforderung“, erinnert sich Bernard Meyer. „Bei jedem Umbau mussten wir auf die Stabilität, den Tiefgang und natürlich die Tragfähigkeit achten. Das Schiff durfte nicht zu schwer werden. Also waren wir einmal mehr innovativ und setzten erstmals  leichte Aluminium-Profile ein.“ Die Bauweise hat sich für die Fähre bewährt. Vor ihrer Verschrottung rettet sie die Frisia V aber nicht.
Bisher ist erst ein Meyer-Schiff zur Verschrottung nach Papenburg zurückgekommen. Im September 2015 kam die BREMEN 20. Sie war 1927 bei der Meyer Werft gebaut worden und sollte verschrottet werden. Allerdings wurde sie sprichwörtlich in letzter Minute verkauft und entkam dem Abbruch. Sie verließ Papenburg wieder und ist noch immer in Fahrt. „Solch eine Wendung erwarten wir bei der Frisia V nicht. Aber wir behalten sie im Auge“, verspricht Bernard Meyer mit einem Augenzwinkern.
 
Nach über 50 Jahren im Dienst und mehreren Umbauten
wartet die Frisia V nun auf ihre Verschrottung.

Dienstag, 8. November 2016

Zwanglos und doch zielgerichtet - Karrieremessen bringen Unternehmen und Bewerber zusammen

Ein Tag für Ihre Karriere - So der Slogan der Recruiting Tage, die regelmäßig vom Verband Deutscher Ingenieure (VDI) organisiert werden. Aus Unternehmersicht ist es vor allem ein Tag des Kennenlernens – zwanglos, entspannt und zielgerichtet. „Wir als Arbeitgeber präsentieren uns gerne auf solchen Karrieremessen, da wir den persönlichen Kontakt schätzen. Die Erstgespräche bei den Messen sind viel zwangloser als ein Bewerbungsgespräch und alle Beteiligten merken viel schneller, ob die Chemie stimmt“, so Ingrid Stamm aus der Personalabteilung der MEYER WERFT.

Beim VDI Recruiting Day in Hamburg Anfang November wurde das Team der Werft erstmals auch von einem Vertreter einer Partnerfirma begleitet. Till Bosbach von MAC Hamburg war als Ansprechpartner vor Ort. „Wir konzipieren und bauen die Klimaanlagen für die Kreuzfahrtschiffe der MEYER WERFT und sind auf der Suche nach Ingenieuren, die uns dabei unterstützen.“ Da Klimaanlagen allein eben nicht so sexy sind, wie Klimaanlagen in Kreuzfahrtschiffen, ist es für MAC ein großer Vorteil sich zusammen mit der MEYER WERFT zu präsentieren.

Steffi de Vries, Personalreferentin bei der MEYER WERFT ergänzt: „Wir konnten uns für die Teilnehmer viel Zeit nehmen und uns auch länger mit ihnen unterhalten. Wir haben so viele interessante und vor allem intensive Gespräche geführt.“

Jetzt, einige Tage nach der Veranstaltung, steigt die Vorfreude auf die Bewerbungen und natürlich auf die nächste Messe. „Am 16. November sind wir in Wilhelmshaven beim Karrieretag der Jade Universität zu Gast. Hier präsentieren wir unsere Angebote für Studierende und Berufseinsteiger“, kündigt Steffi de Vries an.

Hier geht's zu den Jobs der MEYER WERFT

VDI Recruiting Day in Hamburg: Viel Zeit für intensive Gespräche.